Vegan essen in Nepal

Ich berichtete ja bereits ein paar Mal über das Essen in Nepal. Da ich mich seit mehr als 10 Jahren vegan ernähre, ist es natürlich immer interessant, wenn man in ein anderes Land fährt. Denn die Ess- und Einkaufsgewohnheiten im eigenen Land kenne ich schon sehr gut.

Nepalesischer Standard – Dal in allen Formen (Linsensuppe)

Was also kann man essen, wenn man sich in Nepal vegan ernähren möchte? Diese Frage lässt sich eigentlich sehr leicht beantworten. Das meiste ist sowieso schon vegan, da hier und in vielen anderen Ländern Asiens eher selten Fleisch gegessen wird. Durch die übliche Laktoseintoleranz, bekommt man hier auch Milchprodukte ziemlich selten.

Für Touristen, die in einem Restaurant essen wollen, ist es natürlich üblich, dass man über all auch Fleischgerichte, Pizza (mit Käse) oder andere überbackene Gerichte bestellen kann.

Möchte man sich allerdings ein Bild von der original-nepalesischen Küche machen, wird man schnell merken, dass dies gar nicht so einfach ist. Denn die Erfahrung in Nepal hat gezeigt, dass das, was man hier als Einwohner isst, sehr wahrscheinlich nicht vertragen würde. Dementsprechend gibt es kaum Restaurants mit regionaler Küche. Und auch wenn man bei anderen Menschen zu Besuch ist, wird meistens etwas zubereitet, von dem sie ausgehen, dass es verträglich ist.

Als Beispiel kann ich hier einen Abend nennen, vor dem wir darum gebeten haben, unser Essen (in dem Dorf Maté) ein kleines bisschen “more spicey” zu machen. Kaum jemand aus unserer Gruppe konnte es essen, da es viel zu scharf war. Glücklicher Weise bin ich scharfes Essen gewohnt. Auch wenn ich sagen muss, dass es mich auf eine Probe gestellt hat. Es war dennoch lecker.

Es spiegelt ein bisschen das Lebensgefühl wieder, das man hier in Nepal mitbekommt. Es ist ein sehr armes Land, und wenn man hier den europäischen Luxus erwartet, wird man sehr schnell enttäuscht. Geht man allerdings mit der Erwartung heran, dass man das bekommt, was den Reichtum Nepals darstellt (Lebensfreude), dann hat man hier eine gute Gelegenheit, seine Erwartungen herunter zu schrauben. Es ist ein Gewinn.

Unsere Gruppe bei der Zubereitung von Papadams.

Und hier noch ein kleiner Tipp: Wenn ihr in Nepal etwas essen wollt, dann achtet darauf, dass es gekocht ist. Es sollte nichts frisches sein. Es sei denn, es handelt sich um Bananen oder Avocados oder ähnlich noch nicht aufgepacktes Obst. Ansonsten holt man sich ganz schnell eine Lebensmittelvergiftung. Das liegt zum Einen an den etwas weniger strengen Hygiene-Vorschriften und auch an den unbekannten Bakterienstämmen, die hier das Immunsystem auf Trab halten können.

Dal mit indischem Brot und würzig zubereitetem Gemüse.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.